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"Die Situation ist auch für uns nicht befriedigend"

  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Schulzonen sind immer eine besondere Herausforderung, vor allem wenn eine Strasse hindurchführt. Eine solche ist die Sagenbachstrasse bei den Schulhäusern Sagen und Weid. Die IST-Situation gibt zu reden, seit Jahren schon. HochdorfR hat daher nachgefragt und mit dem zuständigen Gemeinderat Stefan Kaeslin ein Gespräch geführt.


Farbige Übergänge mit Signalen, die es eigentlich nicht gibt, Bushaltestellen, ein Fahrrad- und Fussgängerweg und immer wieder auch Autos, die vor der Schule halten. Die Situation bei den Schulhäusern Weid und Sagen ist unübersichtlich. Fotos cb
Farbige Übergänge mit Signalen, die es eigentlich nicht gibt, Bushaltestellen, ein Fahrrad- und Fussgängerweg und immer wieder auch Autos, die vor der Schule halten. Die Situation bei den Schulhäusern Weid und Sagen ist unübersichtlich. Fotos cb

 Stefan Kaeslin, vor Kurzem entbrannte eine Debatte auf Facebook über die Unterführung, welche die Schulhäuser Sagen und Weid verbindet, sowie die Situation generell mit der Sagenbachstrasse im Bereich dieser Schulhäuser. Kommt Ihnen das Thema bekannt vor?

Sehr sogar. Die Strasse sowie die Situation der Signalisationen, Übergänge und einiges mehr beschäftigt uns seit Jahren. Die Unterführung kenne ich sogar aus meiner eigenen Schulzeit. Schon damals hat die fast niemand benützt.

 

Aber sie wäre ein sicherer Übergang auf die andere Strassenseite.

Definitiv und wir haben sie deshalb auch geräumt sowie instand stellen lassen. Eine Zeit lang diente diese Unterführung als Töffliparkplatz, dieses Problem haben wir mit einem neuen Standort lösen können. Damit haben die Kinder, vor allem die Kindergartenkinder sowie die Erst- und Zweitklässler, einen sicheren Übergang, was sich deren Eltern auch gewünscht haben.

 


Dennoch scheint es so, dass diese Unterführung auch heute kaum jemand benutzt. Früher gab es sogar Strafen, haben wir gehört.

Das war tatsächlich so, aber genützt hat auch das nicht viel und einen Zwang wird man kaum durchsetzen können. Wir haben keine Ressourcen dies zu kontrollieren. Der direkte Weg über die Strasse ist einfach kürzer.


Aber genau dies ist ja das Problem einer 30er Zone. Passanten haben dort keinen Vortritt.

In einer 30er Zone ist es tatsächlich so, Vortritt haben die Autofahrer und das ist für eine Schulzone problematisch. Wir sehen aber auch, dass die absolut meisten Autofahrenden rücksichtsvoll und vorsichtig in der Schulzone unterwegs sind. Die Situation ist aber dennoch auch für uns nicht befriedigend.

 

Wäre dann nicht ein Fussgängerstreifen das Einfachste, wie jener beim Chäppeliweg und den dortigen Schulhäusern? Auch dort gibt es ja eine 30er Zone.

Das ist eben alles andere als einfach. Bereits im Chäppeliweg musste ich über ein Jahr lang kämpfen, damit schliesslich diese Lösung umgesetzt wurde. An der Sagenbachstrasse gibt es zudem noch eine Biegung, was die Sicht verändert und alles noch komplizierter macht.

 

A propos kompliziert: So könnte man die heutige Situation bezeichnen, mit farbigen Übergängen, Signalen, die es gar nicht gibt, Bushaltestationen, einem Velo- und Fussgängerweg, alles auf engstem Raum.

Wie gesagt, das ist auch für uns nicht zufriedenstellend und wir sind zurzeit an der Planung einer neuen Lösung, dafür wurde auch ein Planungskredit im Aufgaben- und Finanzplan eingestellt. Man muss aber auch sehen, dass zum Beispiel die farbigen, erhöhten Übergange damals, also vor vielen Jahren, genauso verlangt wurden. Heute können sogar die entsprechenden Dienststellen das nicht mehr nachvollziehen. Es wird aber alles noch ein bisschen komplizierter.

 

Weswegen?

Der geplante Wärmeverbund wird genau durch die Sagenbachstrasse führen, daher müssen wir natürlich alles koordiniert angehen. Es macht keinen Sinn jetzt die Strasse mit neuen Buskanten, Signalen und mehr zu gestalten und diese dann für den Wärmeverbund erneut aufzureissen. Wichtig ist aber: Wir kennen die Situation, haben diese auch schon mehrmals mit dem Rektorat besprochen und werden sie auch verändern.

 

Und als ob das Durcheinander an Signalen, Übergängen und Haltestellen nicht reichen würden, führt neben der Strasse ja noch ein Fahrrad- und Fussgängerweg. Auch das belastet die Situation, oder wie sehen Sie das?

Absolut. Vor allem die Fahrradfahrenden, heute oft mit starken E-Bikes und damit schnell unterwegs, sind eine zusätzliche Herausforderung an dieser Gesamtsituation. Die Schülerinnen und Schüler müssen auf vieles achten, was oft gar nicht so einfach ist, wenn man im Gespräch ist und nur schnell auf die andere Strassenseite wechseln möchte. Aus diesem Grund haben wir die Unterführung wieder auf Vordermann gebracht, damit die Kleinsten diese Herausforderung sicher meistern können.

 


Auf Facebook wurde übrigens ein weiteres Thema noch erwähnt, welches offenbar die Situation vor Ort noch mehr verschärft. Die Elterntaxis. Ist das wirklich ein Thema?

Ein grosses, leider, und nicht nur bei diesen Schulhäusern. Jedes Jahr ist die Polizei bei Schulbeginn vor Ort und spricht mit den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. Das wäre ja an sich kein Thema, aber wenn alle unbedingt direkt vor dem Schulhaus halten wollen, dann eben schon.

 

Haben Sie selber auch schon mit solchen Eltern gesprochen?Ich war mal mit Flyern vor Ort, habe alle angesprochen und sie gebeten, doch auf einem der Parkplätze anzuhalten. Die Reaktionen waren leider, ich will es mal vorsichtig ausdrücken, ernüchternd.

 

Wurden Sie angegangen?Natürlich nur verbal, aber ja, ich habe mir an diesem Tag einiges anhören müssen. Es geht hier aber vor allem um die Sicherheit der Kinder. Wenn jemand mit dem Auto in den Chäppeliweg fährt, dort die Kinder rauslässt um dann Rückwärts in den Bereich des Fussgängerstreifens rauszufahren, dann ist das einfach gefährlich und das kann nicht im Interesse der Eltern sein.

 


Die schlechte Nachricht heisst also, es ist kompliziert und komplex, die gute, die Situation wird verändert. Könnte man es so zusammenfassen?

Sehr zusammengefasst schon. Für uns ist klar, die Schulzone muss sicher sein, die Kinder müssen geschützt werden und wir werden alles daran setzen, dies auch umzusetzen. Die Situation ist zurzeit unbefriedigend, es gibt aber mit der Unterführung immerhin einen sicheren Übergang. Wir gehen das nun mit der Planung konkret an, auch mit dem Thema Wärmeverbund, denn ich denke, niemand würde es verstehen, dass wir zwei Mal innerhalb kurzer Zeit dieselbe Strasse aufreissen. In der Zwischenzeit appelliere ich an die Autofahrenden, weiterhin vorsichtig zu sein innerhalb dieser und aller anderen Schulzonen und auch an die Kinder, nicht einfach blindlings auf die Strasse zu rennen.


| HochdorfR



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