Das Schweigen der Gemeinde
- vor 5 Tagen
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Stellen Sie sich vor, Sie sind Gemeindepräsidentin oder Gemeindepräsident und in Ihrer Gemeinde gibt es einen Grossbrand. Würden Sie etwas sagen, wenn eine Fernsehstation Sie darum bittet? Die meisten würden jetzt sicher Ja sagen. In Hochdorf läuft aber vieles anders – auch in einem solchen Fall zum Beispiel. Ein Kommentar von Claudio Brentini

Einen Tag nach dem verheerenden Grossbrand in Ligschwil versuchten die Medien sich ein Bild über die Situation zu machen und darüber zu berichten. Die Aufräumarbeiten hatten begonnen, nach dem Grosseinsatz wurde das Ausmass der Schäden sichtbar. Auch Tele 1 war vor Ort, hat Interviews geführt und HochdorfR angefragt, ob man eine Person kenne, die in der Nähe wohnen würde und in der Nacht vor Ort war. Ja, Gemeinderat Mario Bucher war die Antwort, für Tele 1 ein Jackpot. Nur wenige Minuten später war klar, die Gemeinde würde sich nicht zum Grossbrand äussern, auch der Gemeindepräsident nicht. Für Journalistinnen und Journalisten absolut unverständlich. Es wäre ja nicht darum gegangen, technische Details zu besprechen oder über die Brandursache zu spekulieren, aber wie wäre es mit Mitgefühl zeigen und den Betroffenen Mut zuzusprechen? Schliesslich geschieht so ein Grossbrand zum Glück nicht alle Tage und dass es bereits zum zweiten Mal das selbe Unternehmen getroffen hat, ist wirklich tragisch und auch aussergwöhnlich.
Warum also der Gemeinderpräsident in dieser Situation, die ja viele Menschen aus ihren Betten geholt hat, schwieg, ist eines der vielen Rätsel, welche diese Gemeinde in Sachen Kommunikation der Bevölkerung und den Journis aufgibt. Das Thema hat sehr viele beschäftigt, wie die Medienresonanz sowie die vielen Fotos und Posts in den sozialen Medien gezeigt haben. Ein Zeichen der Stärke ist es auf jeden Fall nicht, dass der Gemeindepräsident sich nicht geäussert hat, auch nicht eines geprägt von Mitgefühl. Er hat sich damit keinen Gefallen getan, einfach zu schweigen. Die Frage ist nämlich: Wann sollte man denn sonst etwas sagen? Muss mehr geschehen, bis er sich zu Wort meldet? Noch mehr? Man muss sich das vorstellen: In "seiner" Gemeinde geschieht ein Grossereignis und er kann sich nicht einmal zuimndest bei den vielen Einsatzkräften bedanken oder den Betroffenen Mut zusprechen?
HochdorfR möchte aber nicht nur Fragen aufwerfen oder hinterfragen, sondern auch unterstützen, helfen. Denn in Sachen Kommunikation gibt es hier definitiv Unterstützungsbedarf. In dem Sinne nachfolgend ein Vorschlag, was der Gemeindepräsident in diesem Fall gegenüber Tele 1 sowie anderen Medien hätte sagen können, ja vielleicht sogar müssen:
Statement 1, Dauer 20 Sekunden:
"Dieser Brand ist wirklich ein tragisches Ereignis, vor allem weil es diese Firma nach 2015 bereits zum zweiten Mal getroffen hat. Dieser Grossbrand beschäftigt sehr viele in Hochdorf und ich erlebe zurzeit, wie sehr die Bevölkerung mitfühlt. Ich möchte daher auch von meiner und unsere Seite den Betroffenen viel Kraft wünschen und ich hoffe, sie finden einen Weg aus dieser schwierigen Situation."
Statement 2, Dauer 24 Sekunden: "So traurig dieses Ereignis für die Betroffenen war, so hat es auf der anderen Seite aber auch gezeigt, dass die Feuerwehr Hochdorf mit den umliegenden Feuerwehren sowie alle Blaulichorganisationen bestens vorbereitet sind. In dem Sinne möchte ich allen danken, die in dieser Nacht alles getan haben, um grösseren Schaden zu verhindern und die Situation unter Kontrolle zu bringen. Ich hoffe und wünsche mir aber auch, dass sie nie mehr für einen solchen Grossbrand ausrücken müssen."
| Claudio Brentini, Herausgeber HochdorfR





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