Die neuen alten Parkplätze
- 29. Apr.
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Am 24. April verkündete das Ressort Finanzen und Wirtschaft: "Im Zuge der Entwicklung des Südiareals stellt die Gemeinde Hochdorf bis auf Weiteres zusätzliche öffentliche Parkplätze im Ortskern zur Verfügung." Eine interessante Formulierung, denn diese Parkplätze existieren bereits seit geraumer Zeit. Neu ist nur, dass diese nun öffentlich sind, und Gebühren anfallen, wenn man sie benützt. Und sie werden wieder verschwinden, was nicht ganz unwichtig ist.

Aufgeteilt auf zwei Zonen "entstehen", so die Formulierung der Gemeinde, 68 Parkplätze. Dabei gehört nun auch der Eisfeldweg zum "Ortskern", so die Mitteilung. Die Gemeinde schreibt weiter: "Bei den Parkplätzen im Südiareal handelt es sich um eine temporäre Lösung im Zuge der Arealentwicklung." Bezüglich dieser Parkplätze wurde aber absolut nichts entwickelt, sie waren schon die ganze Zeit da, was die Gemeinde bestätigt. Nun sind sie einfach öffentlich und das bedeutet, man hat neu Schilder aufgestellt um Gebühren zu verlangen. Auf Parkuhren habe man verzichtet, weil eben das Ganze temporärer Natur sei. In der Tat findet man auf dem Masterplan des Südiareal diese Flächen nicht mehr. Heisst also: Wenn das Areal tatsächlich entwickelt wird, verschwinden diese Parkplätze wieder. Dazu schreibt die Gemeinde auf Anfrage: "Es handelt sich um eine mittelfristige Lösung bis Baubeginn in der Südi, zeitlich abhängig vom weiteren Projektverlauf."
Das Thema Parkplätze wird in Hochdorf seit längerer Zeit kontrovers diskutiert, auch im Zusammenhang mit dem Gewerbe und damit auch mit dem geplanten Bushof Ost. Tatsache ist, einige Parkplätze sind bereits verschwunden (Brauiplatz), andere sollen noch verschwinden (Lunapark, Parkdeck bei der Post, Bahnhofstrasse). Die angekündigten, "neuen" Parkplätze sind aber keine echte Lösung für die Anliegen des Gewerbes, denn sie werden nur "bis Baugeginn in der Südi" bestehen.

Gewerbetreibende, die tatsächlich im Ortskern, also an der Hauptstrasse zum Beispiel, Verkaufsgeschäfte führen, betonen seit Jahren, dass die Kundschaft aus der ganzen Region stammt. Nur so sei überhaupt ein Überleben möglich. Fehlen Parkplätze, fahren die Kunden einfach weiter, nach Sursee zum Beispiel, oder in die Mall, ins Emmen Center. Rund 100 Parkplätze sollen in den kommenden Jahren im Ortskern verschwinden, was einige begrüssen, nicht aber jene, die ein Geschäft führen und auch nicht jene, die nicht mehr gut zu Fuss sind. Denn auch für diese sind Parkplätze wichtig und wohin die Alterspyramide sich entwickelt ist mehr als bekannt. Während also in der Südi ein Neu-Hochdorf entsteht, wird im tatsächlichen Ortskern immer mehr den Gewerbetreibenden die Möglichkeit genommen, Verkaufsgeschäfte erfolgreich zu führen. Viele haben schon aufgebeben, natürlich nicht nur wegen Parkplätzen, nur noch wenige sind geblieben. Und welche Auswirkungen die Südi dereinst auf den Orstkern haben wird, ist alles andere als klar.
Bezüglich den neuen Parkplätzen wurde übrigens HochdorfR die Frage herangetragen, ob denn nicht eine Baubewilligung nötig sei, um solche öffentlichen Parkplätze einzurichten. Der Kanton schreibt dazu in einem PDF zum Thema "Baubewilligungspflicht" unter der Rubrik "Urteile": "Abstellplätze zählen zu den baubewilligungspflichtigen Anlagen (§ 53 Abs.1g PBV). Auch die Ummarkierung bzw. Neuordnung von ursprünglich bewilligten Parkplätzen unterliegt ihrerseits der Baubewilligungspflicht...". HochdorfR hat also den in der anfangs erwähnten Mitteilung aufgeführten Gemeinderat Reto Anderhub, Ressort Finanzen und Wirtschaft, Projektleiter Entwicklung Südiareal, gefragt, ob eine Baubewilligung für diese Parkplätze eingereicht wurde. Die Antwort kam vom Gemeindeschreiber Thomas Bühlmann: "Die Südiareal-Parkplätze waren bereits vorhanden (Bewirtschaftung bereits bestehender Parkplätze, keine Bewilligung nötig). Neu werden sie öffentlich und 24/7 bewirtschaftet." Zudem sei die Verkehrsanordnung im Kantonsblatt am 14.3.26 veröffentlicht worden und damit mittlerweile rechtskräftig. Die Frage, warum das Ressort Finanzen und Wirtschaft neue Parkplätze veröffentliche und nicht das eigentlich zuständige Ressort Bau, Verkehr und Umwelt, wurde nicht beantwortet.
Damit werden neu Parkplätze, die alles andere als neu sind, wie die Gemeinde selber schreibt, neu einfach bewirtschaftet. Sie werden aber bei Baubeginn Südi weichen, der Druck auf die Gewerbetreibenden im Zentrum bleibt damit bestehen. Umso mehr, wenn tatsächlich dereinst die Parkplätze am Lunapark und auf dem Parkdeckt der Post aufgelöst werden. Die "neuen" Parkplätze, oder genauer, die Bewirtschaftung der bestehenden Parkplätze, scheint also nur das berühmte Pflästerli zu sein, eines, das zudem nur eine gewisse Zeit halten wird.






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