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Erfolgreiche Gewerbeausstellung und Werbeveranstaltung

7. Sept.
3 Min. Lesezeit

KOMMENTAR Die Medien betonen brav, dass der Besucherinnen- und Besucheransturm bei der Gewerbeausstellung Hofdere 2026 gross war, was auch stimmt. Tausende strömten in die Südi, nicht alle aus Hochdorf, aber viele davon. Und für die wird nun klar sein, wie sie Ende September abstimmen werden. Was für ein Zufall.



Eindrucksvoll war sie, die Gewerbeausstellung. Für den Rundgang benötigte man viel Zeit, auch weil mitunter kaum ein Durchkommen durch die engen und zeitweise sehr stickigen Gänge war. Es war ein Rundgang durch die Ausstellung sowie ein Rundgang durch die Südi. Die meisten Besuchenden werden zufrieden sein vom Gebotenen und auch das Gewerbe wird ein positives Fazit ziehen, von der Ausstellung sowie vom Austragungsort. Als 2024 beschlossen wurde, nach 2013 wieder einmal eine Gewerbeausstellung durchzuführen, sprach noch niemand von der Südi als Austragungsort, sondern von der Suche nach der besten Lösung. Diese wurde gefunden, aber sie war vor allem für die Gemeinde die beste Lösung.


Foto cb
Foto cb

Wer hier an Zufälle glaubt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Schliesslich hatte das OK der Ausstellung mit einem Vermieter zu tun, der gebannt auf den 27. September schaut. Dann steht eine für die Gemeinde, oder zumindest für den Projektleiter Areal Südientwicklung wichtige Abstimmung an. Und zufälligerweise findet die Gwerb kaum einen Monat vor dieser Abstimmung in der Südi statt. Gutes Timing, muss man an dieser Stelle zugeben, Zufall aber wohl kaum. Tausende haben nun einen positiven Eindruck von der Südi mitgenommen und werden drei Mal JA einlegen Ende September, auch weil kaum jemand die umfangreiche Botschaft lesen wird. "Hofdere 2026" wurde so zur wohl grössten Abstimmungs-Aktion, den diese Gemeinde je gesehen hat.


Zu befürchten haben die Gemeinderäte nichts, zu gross ist der inszenierte Zuspruch von allen Seiten, auch von allen Hochdorfer Parteien. Die haben alle die JA-Parolen herausgegeben, die FDP natürlich einstimmig, wäre ja noch schöner, ihrem eigenen Mann im Gemeinderat nicht die vollste Unterstützung zuzugestehen. Sogar die SVP sagt ja, einfach alle und das ist, bei allem Respekt, unfassbar langweilig. Es gab Zeiten, da kämpften die Parteien um Meinungen und Stimmen, wie damals bei der Scherermatte, wo alle grossen Parteien von der SP eins auf die Mütze bekommen haben. Für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger war das gut, spannend, man konnte Position beziehen für eine Sache, las und hörte unterschiedliche Argumente. Hinter verschlossenen Türen wird heute zum Teil zähneknirschend Ja gesagt, einfach weil man ein finanzielles Desater befürchtet, wenn nicht bald einmal endlich was verkauft wird in der Südi. Denn die hat bis jetzt sehr viel Geld verschlungen, wie viel weiss niemand und der zuständige Gemeinderat verweigert die Zahl zu nennen, was äusserst bedenklich ist. Es ist ja Steuergeld, nicht seins.


Am durch Steuergelder finanzierten Werbestand der Gemeinde ging es nur noch um die Namenssuche für eine Gasse. Das Ja Ende September wurde auch hier offensichtlich vorausgesetzt. Foto cb
Am durch Steuergelder finanzierten Werbestand der Gemeinde ging es nur noch um die Namenssuche für eine Gasse. Das Ja Ende September wurde auch hier offensichtlich vorausgesetzt. Foto cb

Hochdorf steuert also auf einen einseitigen Abstimmungs-"Kampf" zu, ohne Nein-Parolen, ohne Diskussionen, ohne Fragen oder gar kritische Punkte. Grund genug für HochdorfR eine kleine Serie zu starten zur Abstimmmung, mit einzelnen Themen aus der Abstimmungsbotschaft. Einfach, um etwas Würze in das Ganze reinzubringen. Die Kritiker werden wieder monieren, das sei schlechter Journalismus, einfach weil sie nichts davon lesen und schon gar nicht publiziert haben möchten. Pech für sie. Kritiker, die übrigens allesamt selber keine Journalisten sind, aber zu wissen glauben, was guter Journalismus ist. Nun, zum Beispiel wenn dieser Politiker stört. "Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun."  (Stewart Alsop (1914-74), amerik. Journalist).


HochdorfR bleibt also am Thema dran und versucht genauer hinzuschauen. Die Botschaft enthält nämlich viele spannende Themen. Dabei propagiert diese Plattform weder ein Ja noch ein Nein für irgendwelche Abstimmungsfragen. Sie stellt aber Informationen zur Verfügung, die einige der glühenden Befürworter lieber nicht veröffentlicht sehen möchten. Vielleicht entsteht so irgendwas wie eine echte Diskussion – ein "Jahrhundertprojekt" hätte genau das verdient.


| Claudio Brentini, Herausgeber HochdorfR




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