Ein Schuljahrabschluss mit Lärm, Staub und gesperrten Wegen
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Das Schulhaus Zentral wird saniert, gemäss Baugesuch für das Provisorium zwischen den Sommer- und Herbstferien. Auf dem gesperrten Verkehrsgarten des Schulhauses stehen aber bereits jetzt Bagger, Mulden und sonstige Baugeräte. Mittlerweile ist an der Seite des Schulhauses ein tiefes Loch entstanden. Die Bauarbeiten haben also begonnen, während des Schulbetriebs. Informationen aber, wie und wo es nach den Ferien weitergeht, haben die Eltern bisher nicht erhalten.

"Die Schüler:innen des Schulhauses Zentral müssen in der Zeit zwischen den Sommer- und Herbstferien 2026 in den Räumlichkeiten des Bürogebäude G21 auf dem Südiareal unterrichtet werden. Das bestehende Schulhaus Zentral wird während dieser Zeit umfassenden Bauarbeiten unterzogen." So steht es im "Gesuch für den vorzeitigen Baubeginn und Bezug" eines Provisoriums in der Südi (HochdorfR hat darüber berichtet). Die Sanierungsarbeiten des Schulhauses aber haben bereits begonnen und dies mehrere Wochen vor den Sommerferien.
Der Schulbetrieb läuft noch, letzte Prüfungen werden geschrieben, die Kinder aber müssen Baulärm, Staub und Umwege in Kauf nehmen. Über den Grund des frühen Starts der Bauarbeiten, kann nur spekuliert werden, HochdorfR hat darauf verzichtet, bei der Gemeinde nachzufragen, die ja noch immer klärt, ob sie dieser Plattform Antworten erteilt (siehe «Klarstellung» am Ende des Artikels). Sicher ist: Die Zeit drängt. Denn eine Heizung gibt es nicht im Provisorium in der Südi. Wird es Herbst, kann es kalt werden, zu kalt gemäss den Vorgaben für einen regulären Schulbetrieb. Und gemäss der Abstimmungsbotschaft für den Sonderkredit sollen die Bauarbeiten «bis im November 2026 abgeschlossen sein.» Das wäre nach den Herbstferien und nur, wenn alles planmässig verläuft. In derselben Botschaft, wird denn auch im selben Abschnitt betont: «Mit der Bauphase soll im Juni 2026 begonnen werden», was also den frühen Start zumindest zeitlich erklärt. «Die Intensivbauphase dauert von den Sommerferien 2026 bis zum Ende der Herbstferien 2026. In diesem Herbstsemester werden die Schülerinnen und Schüler in provisorischen Räumen im Südiareal unterrichtet.» Heisst das nun, dass es weitere Bauarbeiten nach den Herbstferien trotz laufendem Schulbetrieb geben wird? Oder wird das Schulhaus erst nach Abschluss der Arbeiten bezogen, also bis November? Der Begriff «Herbstsemester» hilft dabei auch nicht wirklich, dauert dieses doch bis Ende Januar.

Die Baubewilligung für den Umbau des Provisoriums erteilte sich die Gemeinde gleich selber und dies in einem Tempo, von dem andere Bauherren nur träumen können. Das Baugesuch für die "Befristete Umnutzung im G21 für Schulbetrieb (Schulprovisorium)" wurde am 7. April 2026 veröffentlicht. Die Baubewilligung wurde im Mai erteilt. Das ist wohl Hochdorfer Rekord. Trotzdem bleibt der Zeitplan eng: Das Datum für Zügeln und Einrichten der Schulräume ist auf den 10.8.26 angesetzt, das Datum Bezug der Räume zum Schulbeginn, am Montag, 17.08.2026. Die Eltern indessen haben gemäss mehreren Quellen bisher keine Infos erhalten, wo genau ihre Kinder nach den Sommerferien in die Schule müssen. Scheinbar ist eine Begehung unmittelbar vor den Sommerferien geplant, dennoch sorgen mangelnde Informationen für Unmut, schliesslich ist seit der Abstimmung vom 30. November 2025 klar, dass die Kinder des Zentral- Schulhauses in ein Provisorium ziehen müssen.

Die Sanierungsarbeiten sind umfangreich, auch weil das Schulhaus Zentral zu einer Baugruppe gehört, in welcher sich erhaltenswerte und ein schützenswertes Objekt befinden. Innerhalb dieser Baugruppe ist das Schulhaus Zentral als erhaltenswertes Objekt eingestuft. Daher hat die Denkmalpflege Luzern die Planung der Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Zentral begleitet. Der Sonderkredit beläuft sich auf 6.8 Millionen Franken, was das Ausmass der Sanierung und Erweiterung verdeutlicht. Auch wenn bereits begonnen wurde, Arbeiten während des Schulbetriebes durchzuführen, kann die Bauherrschaft nur hoffen, den Zeitplan einhalten zu können. Allzu viele Überraschungen, die es beim Bauen eigentlich immer gibt, darf es nicht geben. Die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrerschaft ihrerseits können und müssen auf warme Temperaturen und ein Bezug des sanierten und erweiterten Schulhauses Zentral vor Ende Jahr hoffen. Denn sonst kann das Ganze äusserst unangenehm werden.
Wie das Provisorium aussehen wird, ist nicht bekannt. Eine Rückmeldung von Eltern an HochdorfR war, dass kaum Toiletten zur Verfügung stehen werden. Immerhin werden einige Klassen im Provisorium untergebracht. HochdorfR hat das überprüft und dazu auf den Baueingabeplänen folgende Situation recherchiert: Insgesamt stehen den Schülerinnen gemäss den Plänen vier Toilettenplätze zur Verfügung, für die Schüler vier Pissoirs und vier «Sitzplätze». Hinzu kommt eine IV/Lehrpersonen-Toiletten für eine Person. Die Vorgaben des Kantons lauten pro zwei Klassen mindestens eine WC-Anlage für Mädchen und eine für Knaben. Angaben für wie viele Personen eine «Anlage» sein soll, findet man indessen nicht. Bedeutet, dass vor allem die Mädchen in der grossen Pause wohl Zeit mit Warten verbringen werden, wenn gleichzeitig nur vier Mädchen eine Toilette benützen können, auf drei von vier Geschossen verteilt. Bei neun Schulzimmer kann man von rund 180 Schülerinnen und Schüler ausgehen. HochdorfR überlässt es der Leserschaft sich eine Meinung zu bilden, ob die Toiletten nun ausreichen oder nicht.

So oder so ist es ein turbulenter, unruhiger Schulabschluss für die Schülerinnen, Schüler sowie auch für die Lehrperson und ein ebenso unruhiger, verunsichernder Schulbeginn im neuen Schuljahr nach den Sommerferien in einem Provisorium. Und als ob das alles nicht reicht, werden zusätzlich auch Schulklassen neu zusammengestellt (HochdorfR hat berichtet). Die Eltern werden froh sein, wenn ihre Kinder in das sanierte und erweiterte Schulhaus ziehen können, wann auch immer das sein wird. Für die Lehrpersonen steht eins an, sehr viel Arbeit, müssen sie doch zwei Mal umziehen und dabei möglichst Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Sie sind definitiv nicht zu beneiden.
| HochdorfR
Klarstellung: Die Gemeinde hat gegenüber dem Berufsverband der Journalisten und auch an der Orientierungsversammlung vom 1. Juni 2026 klargestellt, dass (seit April!) rechtliche Abklärungen laufen und daher keine Fragen von HochdorfR beantwortet werden. HochdorfR hat vor diesem Hintergrund auf Fragen an den Gemeinderat verzichtet.





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