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"Mare" bereits vor der Neu-Eröffnung unter Druck

  • 5. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Ende März verkündete die Gemeinde, man stehe in den finalen Vertragsverhandlungen mit einem neuen Pächter für das ehemalige Mare-Restaurant. Nun sorgt ein Angebot ausgerechnet auf dem Südi-Gelände für mächtig Druck - und dies nicht nur für den neuen "Mare"-Pächter.


Street-Food Südi: Das neue Angebot ist am Montag, 4. Mai 2026 gestartet, mit einem Food-Truck.  Foto cb
Street-Food Südi: Das neue Angebot ist am Montag, 4. Mai 2026 gestartet, mit einem Food-Truck. Foto cb

Gross war der Aufschrei, als Anfang 2025 das "Mare" seine Türen schloss. Der damalige Besitzer betonte, auch an einer Orientierungsversammlung, dass die Konkurrenz von Detaillisten, Bäckereien und Tankstellen enorm sei, vor allem für das Mittagsgeschäft. Eine bekannte Entwicklung in der Gastronomiebranche und in der Tat eine grosse Herausforderung. Gross war dann bei einigen nach dem hauchdünnen Ja für den Kauf des Mare-Grundstückes die Freude, dass ein neues Restaurant eröffnen werde, so das Versprechen der Gemeinde. Diese veröffentlichte dann am 28. März dieses Jahres Folgendes: "Das Ressort Finanzen und Wirtschaft befindet sich mit einem konkreten Interessenten in den finalen Vertragsverhandlungen." Nun ist der 5. Mai, das Finale scheint länger zu dauern, ein neuer Pächter wurde noch nicht verkündet und eine Nachfrage von HochdorfR Mitte April brachte keine Neuigkeiten. Was nun aber klar ist: Auf dem Südigelände entsteht eine neue Situation und damit eine neue Ausgangslage.


"Strada Fooda Hochdorf" heisst das neue Konzept. Street-Food-Stationen unmittelbar beim Bahnhof bedeutet das konkret. Menus von Montag bis Samstag von 11 bis 20 Uhr. "Frisches Mittagessen und essen für zwischendurch. Schnell, gesund und unkompliziert! Ohne lange Wartezeit", verspricht der Anbieter auf Facebook. Geplant sind gemäss der Homepage drei Stationen, der Start erfolgte am Montag, 4. Mai mit einer Station und Schweizer Küche. Hinter "Strada Fooda Hochdorf" steht die Mybow GmbH in Luzern. Sie schreibt: "Strada Fooda vereint ein kuratiertes Street-Food-Konzept auf dem Südi Areal in Hochdorf und schafft einen lebendigen Treffpunkt für Mitarbeitende, Besucher und die Region. Lokal verankert, international inspiriert und alltagstauglich umgesetzt." Die Idee sei in Zusammenarbeit mit der Idee Seetal entstanden, so der Inhaber von Mybow GmbH. Für eine langfristige Lösung benötige es aber noch eine Baubewilligung, auch wenn das Angebot nur eine Zwischennutzung darstelle. Vorerst laufe ein 24-tägiges Pilotprojekt.


Das neue Angebot erhöht den Druck generell auf traditionelle Gastronomiebetriebe. Die leiden schon länger unter der sogenannten Handelsgastromie. So werden gastronomische Angebote (Speisen/Getränke), die direkt im oder am Einzelhandel (z. B. Supermärkte, Kaufhäuser, Baumärkte) verzehrt werden, bezeichnet. Diese Handelsgastronomie weist enorme Wachstumzahlen auf, wie CASH bereits 2024 aufzeigte. Das trifft auch auf Tankstellenshops und viele Fast-Food-Lokale zu. Das alles habe auch mit einem neuen Konsumverhalten zu tun, wie Olaf Hohmann vom Handelsforschungsinstituts EHI gegenüber CASH erklärte: «Der Snack zwischendurch wird immer wichtiger. Es gibt nicht mehr nur die klassischen Mahlzeiten wie Frühstück, Mittag- und Abendessen. Die Leute essen dann, wenn sie Hunger haben.» Street-Food passt gut in dieses Verhaltensschema und erfreut sich wachsender Beliebtheit. So gibt es bereits an der Sempachstrasse, also in unmittelbarer Nähe zum neuen Angebot, einen Anbieter, der zwei Mal pro Woche in Hochdorf Halt macht.


Wenn alles klappt, werden hier mal drei Food-Trucks stehen. Foto cb
Wenn alles klappt, werden hier mal drei Food-Trucks stehen. Foto cb

Nur, was heisst das nun für das neue "Mare", welches ja neben einer sehr gut laufenden Filiale einer Fast-Food-Kette steht? Oder auch für das kürzlich neueröffnete Bellini im Zentrum am Kreisel oder das Restaurant Braui? Wir erinnern uns. Die Gemeinde schrieb damals in ihrer Kurzbotschaft zur Gemeindeabstimmung vom 28. Sepetember 2025 Kauf Mare-Grundstück: "Bis die Parzelle ("Mare" - Anmerkung der Redaktion) im Rahmen der Entwicklung des Südiareals einer neuen Nutzung zugeführt werden kann, beabsichtigt die Gemeinde, die Liegenschaft zu verpachten. So können nicht nur Erträge generiert, sondern ein Treffpunkt sowie eine Möglichkeit zur Verpflegung für Bevölkerung und Arbeitnehmende erhalten werden." Ausgerechnet auf dem Südigelände, zu dem gemäss Gemeinde auch die "Mare"-Parzelle gehört, entsteht nun ein neuer "Treffpunkt sowie eine Möglichkeit zur Verpflegung für Bevölkerung und Arbeitnehmende". Welche Auswirkungen dies auf die angeschlagene Gastrobranche und damit auch die Gemeindeeigenen Lokalitäten Braui und "Mare" haben wird, wird sich zeigen. Auch, wie lange die "finalen Vertragsverhandlungen" mit dem neuen, konkreten Interessenten für das "Mare"-Restaurant dauern werden.


Wann wird das neue "Mare" eröffnet und welche Auswirkungen wird das neue Street-Food-Angebot in der Südi auf diesen Betrieb haben? Foto cb
Wann wird das neue "Mare" eröffnet und welche Auswirkungen wird das neue Street-Food-Angebot in der Südi auf diesen Betrieb haben? Foto cb

| HochdorfR

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